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Der Samstag und der Sonntag standen in Königheim ganz im Zeichen des Sports, genauer gesagt im Zeichen des Turnsports. Dass die Turnabteilung 40 Jahre alt wurde und dabei jung geblieben ist, bewiesen die Mitglieder mit den Übungsleitern und ihrem Vorsitzenden Karlheinz Riehle eindrucksvoll. Die hoch motivierten Akteure boten sowohl bei der Jubiläumsschau als auch bei der Turnschau den zahlreichen Zuschauern ein abwechslungsreiches Programm, bei dem jeder auf seine Kosten kam.


Turnabteilung des SV Königheim feiert 40 jähriges Jubiläum

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Moderator des Abends, Rainer Haag, ging es los mit einem Video über Turnabteilung des SVK. Gezeigt wurden unter anderem Fotos aus der vierzigjährigen Geschichte. Die längst vergessene sportliche Betätigung einiger Königheimer, sorgte beim Publikum beim Betrachten der Fotos für Raunen und Erheiterung. Michael Berthold hatte für das Video verschiede Aufnahmen vom Geräteturnen, aber auch vom Mutter und Kind Turnen oder von Auftritten bei der Turnschau gekonnt zusammengestellt.

 


Der 1. Vorsitzende des Sportvereins Königheim, Anton Haag, ging zu Beginn seiner Rede auf die Rolle der Frau ein. Sie hatten vor etwa 100 Jahren sowohl gegen medizinische als auch ästhetische Barrieren zu kämpfen. Außerdem fürchtete man eine Gefährdung des Anstand und der Sitte. Der Aufschwung der Frauenbewegung im Sport begann erst in den 60er Jahren mit der Erbauung vieler Turnhallen. Heute gebe es zwar sehr viele weibliche Aktive, aber selten würden diese eine Rolle in der Vorstandschaft übernehmen. Daher appellierte er eindringlich an alle Frauen, mutiger zu sein und mehr Funktionen zu übernehmen. Sein Dank und seine Anerkennung galt auch besonders dem Ehrenmitglied Lotte Stephan, die sich schon früh für die Turnabteilung eingesetzt hatte.
Es sei besonders wichtig in einem Verein wie diesem, dass sich jeder wohl fühlt und niemand ausgegrenzt wird. Des Weiteren seien die 40 Jahre mit all ihren Erfolgen und Leistungen untrennbar mit dem persönlichen Einsatz der Übungsleiter und dem Vorsitzenden der Turnabteilung Karlheinz Riehle verbunden. Ihnen gelte große Anerkennung und Respekt für die sehr guten erbrachten Leistungen sowie allen Damen und Herren und Sportkameraden, die im Gesamtverein Verantwortung übernommen haben.
Um den unermüdlichen Einsatz der Übungsleiter und deren Helfer zu würdigen, erhielten diese im Laufe des Abends eine kleine Anerkennung
Für die erste sportliche Darbietung des Abends sorgten die Turnerinnen ab der sechsten Klasse. Sie entführten die Zuschauer ins 17. Jahrhundert, als die Piraten auf der Suche nach Schätzen ihr Unwesen auf den Meeren trieben. Als Seeräuber verkleidet und in eine kleine Geschichte eingebettet demonstrierten die Mädchen ihr Können am Boden mit und ohne Kasten sowie am Spannbarren. Anhand der Übungen wie Felgauf- und Umschwung oder Handstand-Überschlag wurde deutlich, dass Körperbeherrschung und Konzentration für gute Leistungen im Turnsport unerlässlich sind, was mit dieser Vorführung eindeutig belegt wurde.
Übungsleiterin Gisela Freund hatte an diesem Abend die Ehre der Festrede. Sie blickte zurück auf die Anfänge der Turnabteilung in den 60er Jahren. Damals wollten einige Damen Sport treiben und begannen auf dem alten Sportplatz Handball zu spielen. Da dies jedoch in kurzen Hosen geschah, wurde diese Betätigung durch die „hohe Geistlichkeit“ wieder unterbunden. Der damalige Vorsitzende Ludwig Michel setzte sich für die sportlichen Aktivitäten der Damen ein und rief die Turnabteilung bei einer Vorstandssitzung am 05.11.1965 ins Leben, wovon die Fußballer nicht gerade begeistert waren. Die Übungsleiterin der ersten Frauengruppe wurde Luise Velten. Damit sie nicht die einzige blieb wurden Waltraud Schneider (damals Reinhard) und Lotte Stephan, die später auch in der Vorstandschaft tätig war, eine Ausbildung an der Sportschule in Schöneck ermöglicht. Das erste Übungsgerät in der Aula der Grund- und Hauptschule war ein Schwebebalken. Um diesen kaufen zu können, wurde eine Haussammlung initiiert, da die finanziellen Mittel des SVK seinerzeit nicht ausreichten. Nicht nur die Frauen, auch die Männer entdeckten die Lust am Turnen unter Oberlehrer Josef Steinbach. Diese Gruppe löste sich dann aber wieder auf, nachdem sie zu einer Volleyballgruppe umfunktioniert wurde. 1985 nahm Karlheinz Riehle die Herausforderung an und übernahm von Waltraud Schneider das Bubenturnen, dem auch eine Männergruppe folgen sollte.
Ein weiterer Meilenstein war die Einweihung der Brehmbachtalhalle im April 1978. Nun konnte der SVK nicht nur an Wettkämpfen teilnehmen, sondern solche auch veranstalten. Nicht nur Wettkämpfe, auch Übungsstunden wurden von da an in der Halle abgehalten. Auch die Turnschau, die schon 1968 das erste Mal in der Aula stattfand, wurde in die Halle verlegt.
Anhand des lateinischen Sprichworts „Mens sana in corpore sano“ – „Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“ legte Gisela Freund dar, dass Turnen nicht nur den körperlichen Aspekt beinhaltet, der mit den zahlreichen Angeboten des Vereins abgedeckt wird, sondern auch den geistigen Aspekt, die soziale Komponente mit Schlagworten Gemeinschaftssinn, Rücksicht, Hilfsbereitschaft, Toleranz und Verantwortung. Außerdem diene die wöchentliche Übungsstunde auch dem Austausch von Neuigkeiten und gebe Hilfestellungen in allen Lebenslagen. Turnen bedeute kurzum Erhöhung der Lebensqualität, wofür nicht zuletzt die Übungsleiter sorgen.

 

Die Dance-Exercise Gruppe unter Leitung von Martina Heuslein sorgte für Begeisterung im Publikum. Die Damen boten einen Einblick in den Jazztanz und hatten dabei sichtlich Spaß. Diese Aufführung war ein weiterer Beleg für das einmalige Zusammenspiel von Körper und Geist beim Sport: Die anspruchsvolle Choreografie wurde mit flottem Tempo umgesetzt.


Nachdem Bürgermeister Ewald Wolpert in seinem Grußwort der Gemeinde kurz auf die Symbolik der beiden Ziffern 4 und 0 einging, stellt er fest, dass es zwar im Sport wechselnde Vorlieben gebe, aber dass die traditionellen Sportarten wie Turnen nach wie vor gefragt seien. Die Zeichen der Zeit zu erkennen und für jede Altersschicht das passende Angebot zu haben mache die Stärke des Vereins aus. Die Gemeinde sei froh über einen Verein wie den SVK und er würdigte die Leistung und die verdienten Erfolge und wünschte „toi toi toi“ für die nächsten 40 Jahre.
Dass die Turnabteilung des SV Königheim auch für Seniorinnen die passende Betätigung bietet, zeigte die Gruppe „Fit ins Alter“, deren ältestes Mitglied noch mit 82 Jahren Spaß an der Bewegung hat. Sie hatten sich für ihre Darbietung das Thera-Band als Übungsgerät ausgesucht, ebenso wie die darauf folgende Gruppe mit „Fit – der Hit“. Anschließend führten beide Gruppen gemeinsam noch einige Übungen vor.

Der 1. Vorsitzende des Main-Neckar-Turngaus, Werner Wießmann, überbrachte die Grüße des Turngaus und des Badischen Turnerbundes und stellte fest, dass die Turnabteilung zu Recht Stolz auf ihr Jubiläum und die zahlreichen Erfolge sein darf. Neben dem klassischen Geräteturnen seien auch Gesundheits- und Freizeitsport ein fester Bestandteil des Angebotes. Seiner Meinung seien die Ideen des Turnvaters Friedrich Ludwig Jahn immer noch modern wenn sie so zeitgemäß umgesetzt werden wie beim SVK. Er wünschte weiterhin viel Erfolg und viele Mitglieder. Anschließend nahm er die Ehrungen vor, unterstützt vom „sympathischen und charmanten“ Moderator Rainer Haag. Die Silberne Ehrennadel für ihre langjährigen Leistungen im Verein erhielten Joachim Martin, Johannes Martin, Jutta Nürnberger, Corinna Haag, Rita Hemmrich und Doris Uihlein. Alle sind schon 20 Jahre und länger Mitglied im SV und zudem als Übungsleiter tätig.
Die nächste Darbietung wurde von den sechs Akteuren selbst einstudiert. Unter dem Motto „Nur fliegen ist schöner“ boten die Turnerinnen und Turner beeindruckende akrobatische Übungen rund um Boden und Kasten, und bei einigen Übungen gab es spontanen Szenenapplaus vom begeisterten Publikum.
Auch die Aerobicgruppe mit Fitness querbeet unter der Leitung von Karin Greß und Corinna Haag wusste zu begeistern. Die Darbietung war in vier Teile gegliedert: Nachdem zuerst eine reine Frauengruppe Aerobicübungen zeigte, gesellten sich anschließend die Männer zu gemeinsamen Hantelübungen hinzu. Weiter ging es dann mit Stepperübungen der Frauen. Auch hier gesellten sich die Männer im vierten Teil hinzu. Bei diesen Übungen wurde ein Überblick über die Variationsmöglichkeiten und unterschiedlichen Geräte beim Aerobic gegeben.
Immer gut für einen Spaß ist die Männergruppe mit Übungsleiter Karlheinz Riehle. Mit weißen Hosen und Hosenträgern erinnerten die Turner im Alter von 19 bis über 50 an die gute alte Zeit. Und dass damals Zucht und Ordnung herrschten, wurde durch den Einsatz der Trillerpfeife klar. Allerdings gelang es den Turnern unter lautem Lachen und Beifall der Zuschauer immer, sich vor den Leibesübungen wie Kniebeugen zu drücken und nur den Vorturner schwitzen zu lassen. Nach Übungen am Barren wurden die Sonnenbrillen aufgesetzt und die Marschmusik von cooler Musik abgelöst. Der moderne Turner von heute zeigt sich einfallsreich und nutzt auch schon mal leere Weinkisten als Stepper zum Üben. Auch das Tauspringen, wobei nicht nur die Beine zum Hüpfen benutzt wurden, sondern auch Hände und Po, kam beim Publikum sehr gut an.
Die Frauengruppe unter Doris Uehlein hatte sich als Übungsgerät Stühle ausgesucht, daher auch der Programmname „Stuhlgang“. Als Hippies verkleidet und mit passender Musik wurden den Zuschauern die unterschiedlichen sportlichen Möglichkeiten um, mit und auf einem Stuhl vorgeführt.

Schließlich vergab Werner Wießmann die Goldene Ehrennadel des Deutschen Turner Bundes an Gisela Freund, Karlheinz Riehl und Irmtraud Thoma. Alle drei sind schon 30 Jahre beim Verein aktiv und auch als Übungsleiter tätig.
Mit „Lattenschuss“ bewies die Frauengruppe um Irmtraud Thoma, dass auch sie erfinderisch ist wenn es um Sportgeräte geht: Sie nutzten je zwei Holzlatten in den SV Farben grün und gelb für ihre Übungen. Mit fetziger Musik und einfallsreichen Übungen wussten auch sie das Publikum zu unterhalten.
In die Welt des Kunstrads bzw. Einrads entführten die Gastauftritte aus Külsheim. Die deutschen Vizemeister im Einradfahren demonstrierten beeindruckend, wie gut sie ihren Sport beherrschen. Nachdem eine Schülerin Übungen und Figuren am Kunstrad zeigte, ließ es sich auch die Trainerin Carmen Hauck nicht nehmen, selbst einige Runden auf dem Kunstrad zu drehen und sorgte mit ihren Übungen bei manchem Zuschauer für stockenden Atem.
Als kleine Überraschung ließen die Übungsleiter unter dem letzten Programmpunkt „Big Spender“ die 20er Jahre wieder auferstehen. Mit Kleidern im Charlestonstil, knalligen Perücken, Federboas oder Zylinder und Anzug legten sie eine flotte Sohle aufs Parkett. Mit dieser gelungenen Darbietung war der offizielle Teil zu Ende. Im Anschluss nutzten die Zuschauer noch die Möglichkeit, sich die kleine Fotoausstellung rund um 40 Jahre Turnen anzusehen und in Erinnerungen zu schwelgen.
Die Turnschau am Sonntagnachmittag stand ganz im Zeichen der Kinder und Jugendlichen
Bei der Turnschau am Sonntag ging es dann weiter mit Darbietungen rund ums Turnen. Nach einer kurzen Einleitung des 1. Vorsitzenden Anton Haag und Moderator Karlheinz Riehle, der die Zuschauer zur Zeitreise durch 40 Jahre Turnen begrüßte, hatten die ganz Kleinen ihren großen Auftritt: Als Clowns verkleidet durften die Kinder der Eltern-Kind Gruppe zeigen, dass auch ihnen die ersten sportlichen Aktivitäten riesigen Spaß machen. Begeistert hüpften sie zum Takt der Musik, malten ihren Eltern ein Clowngesicht oder vollführten erste Kunststücke.
Auch die Rennmäuse und Vorschüler (4-6 jährige) zeigten ihre Freude am Turnsport. Mit großen Pezzi-Gymnastikbällen balancierten sie auf schrägen Bänken, die an einen Kasten gelehnt waren, drehten sich mit dem Ball oder ließen ihn einen schräg gestellten Barren hinunterrollen um ihn dann wieder aufzufangen. Anschließend legten sie alle Bälle in ein großes Tuch und machten damit einige Übungen.
Sehr fantasievoll ging es weiter mit den Jungen der 1. und 2. Klasse, die sich auf eine Flugreise begaben: Der Barren stellte den Rumpf des Flugzeuges dar, wobei natürlich der Propeller nicht fehlen durfte und je zwei Bänke dienten als Flügel. Auf diesem Flugzeug vollführten die Jungen ihre Übungen. Karlheinz Riehle unterstrich, dass es sehr wichtig ist, die Kinder spielerisch an Geräte heranzuführen und ihnen die Angst zu nehmen, was bei den gesamten Darbietungen auch gelungen ist.
Weiter ging es mit Geräteturnen der Mädchen Klasse 1 bis 4. Am Reck und Balken wurden die Übungen synchron, also miteinander von der jeweils 1. sowie 2. und 3. Klasse vorgeführt. Die 4. Klasse übernahm die Bodenübungen. Standwaage, Seitspagat auf dem Schwebebalken oder Felgumschwung waren bei dem kompletten Programm zu sehen. Mit diesen Übungen nehmen die Mädchen übrigens auch an Wettkämpfen teil.
Mit dem für Koordination und Rhythmus nicht einfachen Gerät Seil setzten sich die Freizeitturnerinnen und –Turner der 1. bis 3. Klasse auseinander. Doch nicht nur die kleinen Seile kamen zum Einsatz, auch ein großes zum gemeinsamen Seilspringen. Die Kinder meisterten ihre Aufführung sehr gut und unter lautem Beifall der Zuschauer
Keine Angst vor dem Trampolin zeigten die „Flying Kids“, die Jungen der 3. und 4. Klasse. Rollen machen durch einen Reifen gehörte da noch zu den einfachen Übungen. Sie machten auch nicht vor schwierigen Manövern halt, wie zum Beispiel Flugrolle über den Übungsleiter oder Hockwende über den Kasten.
Die Mädchen der 4. bis 8. Klasse hatten sich sichereres Terrain ausgesucht und blieben auf dem Boden. Sie hatten einen flotten Jazztanz einstudiert, wobei Übungsleiterin Jutta Theobald auch selbst mitwirkte. Nach gebührendem Applaus ging es weiter mit der Dance-Aerobic Gruppe. Die Mädchen zeigten auf dem Stepper gekonnt ihre Fähigkeiten, die auch verschiedenen Drehungen beinhalteten. Nach den Mädchen entführten das Freizeitturnen der Jungen der 4. bis 8. Klasse die Zuschauer in die Zukunft: Von Kopf bis Fuß in Silber bewegten sie sich als Roboter mechanisch zu den Klängen der Musik, was ihnen sichtlich Vergnügen bereitete. Vergnügen hatten auch die Turnerinnen, die noch einmal ihre Piratennummer vom Abend zuvor aufführten.
Hinter dem Begriff „die Holmikers“ verbergen sich die Turner der 5. bis 10. Klasse, die allerlei Kunststücke am Trampolin vollführten, mal mit Barren dahinter, mal mit Übungsleiter. Die unterschiedlichen Sprünge, allen voran die waghalsigen Salti, begeisterten das Publikum.
Ein wenig Sommer brachten die Jugendturnerinnen der 5. bis 7. Klasse in die Brehmbachtalhalle. Mit Sommerkleidung und „Walking on Sunshine“ zeigten sie Turnübungen am Boden, Kasten und Balken, begleitet von einigen Tanzelementen. Mit dieser gelungen Darbietung ging ein abwechslungsreiches Programm zu Ende, das einmal mehr bewies, dass die Turnabteilung des SV Königheim ein sehr vielfältiges Sportangebot besitzt, das von zahlreichen Königheimern, egal welcher Altersstufe, gerne und auch begeistert genutzt wird. nigü

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